Abenteuer Kanada

Wer kennt noch Grizzly Adams, „den Mann in den Bergen“? Die Vorstellung allein in der Wildnis zu leben fand ich als Kind schon sehr spannend.


So hörte sich das Buch „Wolfsinsel“ für mich auch sehr verlockend an:
Eine Frau, die sich allein in die Wildnis Kanadas auf macht, um dort in den einsamen Wäldern einen Job als Hausmeisterin anzunehmen.
Buchrückentext:
Kraftvoll, persönlich und poetisch - die Erfahrungen einer jungen Frau allein in der Wildnis “Muss ich so leben, wie ich es bisher getan habe?“, fragt sich Lajla eines Tages – und bucht ein Flugticket nach Kanada.
In den folgenden Jahren verbringt sie lange Phasen allein in der Wildnis, trifft Trapper, Hippies, Schamanen und Abenteurer und lernt, dass die Suche nach Freiheit oft mit der Beschränkung aufs Wesentliche beginnt.
Eine kraftvolle, wilde und unmittelbare Erzählung, die einen zum Nachdenken zwingt.
Daten zum Buch:
  • Titel: WOLFSINSEL
  • Autor: Lajla Rolstad
  • DEUTSCHE ERSTAUSGABE 10. Juni 2019 Aus dem Norwegischen von Gabriele Haefs
  • Originaltitel: Ulveoya / Wolf Island
  • Originalverlag: Gyldendal
  • Taschenbuch, Broschur, 288 Seiten
  • ISBN: 978-3-442-71815-3
“Lajla Rolstad Wolfsinsel“

Über die Autorin:
Lajla Rolstad, geboren 1978, schrieb ihre Abschlussarbeit über Bram Stokers "Dracula" und gehört zu den spannendsten jungen Stimmen Norwegens.
Nachdem sie in ihrem Romandebüt eine wilde Mischung aus Steampunk und James Bond zu Papier brachte, verarbeitet sie ihrem zweiten Roman ihre eigenen Erfahrungen in der kanadischen Wildnis.
“Lajla Rolstad Wolfsinsel“

Über den Inhalt:
Hut ab! Ich bewundere (und beneide) die junge Autorin, dass sie die Möglichkeit bekommen hat, ein halbes Jahr in der Wildnis Kanadas zu leben.
Ihre Vorgeschichte aus psychischen Problemen und Depressionen, sowie der Monate langen Behandlung in einer psychiatrischen Einrichtung mit vielen Medikamenten ist wohl der Hauptgrund, warum sie die Flucht in ein anderes Leben wagt.
Tatsächlich ist sie in Kanada gezwungen, ohne jeden Schnickschnack mitten im Wald allein zurechtzukommen – mit den Gegebenheiten der Umgebung und mit sich selber.
Ich muss gestehen, der Schreibstil entspricht den Eintragungen in einem Tagebuch, jedoch irgendwie verworren.
Ich konnte der Geschichte anfangs nicht voll und ganz folgen, fand sie teilweise nervig und langatmig und monoton.
Aber vielleicht ist es wirklich so monoton dort in der winterlichen Einsamkeit Kanadas.
Alles was die Autorin in den verlassenen Hütten zu tun hat, ist Holz hacken und das Einheizen der Hütten, und das in Ordnung halten des Gartens.
Immer wieder wird Lajla Rolstad mit ihren psychischen Problemen und ihrer Vorgeschichte konfrontiert und lernt sich selbst immer besser kennen.
Dafür, dass die Autorin in der Einsamkeit Kanadas lebt, trifft sie doch sehr viele Menschen aus der Umgebung und findet sogar ein paar Freunde.
Die Natureindrücke kommen mir hingegen viel zu kurz und oberflächig vor.
Nach 109 Seiten ändert es sich dann plötzlich:
Die Autorin reist nach einer langen Pause zurück nach Kanada und besucht alte Freunde.
Das Leben der Autorin scheint geordneter, das Freiheitsgefühl gestärkt und auch der Blick in die Natur wir ein bisschen häufiger beschrieben.
Auf ihrem Road-Trip durch Kanada und die USA lernt sie Außenseiter kennen, die trotz ihres andersartigen Lebens glücklich sind.
Sehr interessant ist die Begegnung mit dem Schamanen Georgie.
Leider ist das Buch gerade dann zu Ende, als ich dann doch noch mehr lesen wollte.
“Lajla Rolstad Wolfsinsel“

Mein Fazit:
Ich habe mir etwas ganz anderes unter dem Buch vorgestellt.
Daher kann ich keine wirkliche Bewertung abgeben.
Was ich erwartet habe, war ein Leben in der Natur mit Höhen und Tiefen, so wie Grizzly Adams aus „Der Mann in den Bergen“.
Vor allem hatte ich erwarte, irgendetwas mehr zu lesen, was mit Wölfen zu tun hat.
Eine Frau in der Wildnis, allein unter Wölfen.
Bietet sich ja an in den einsamen Wäldern Kanadas.
Einige Naturszenen sind dann auch kurz und schön geschrieben, aber es waren mir insgesamt zu wenige interessante Szenen.
Das ganze Buch ist irgendwie eine Aneinanderreihung von Begegnungen mit Menschen und Erlebnissen und wirkt sehr monoton, ohne einen richtigen Höhepunkt.
Die Begegnung mit dem Schamanen Georgie fand ich gegen Ende des Buches sehr interessant und lehrreich, nur leider war gerade dann das Buch zu Ende.
Das Buch entsprach einfach nicht dem, was ich inhaltlich erwartet hatte, daher kann ich keine faire Bewertung abgeben.

Buchrezension, Random House-Verlag, Lajla Rolstad

Kommentare (2)

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Aufgrund des Covers und Klappentextes hätte auch ich zu dem Buch gegriffen - Wenn ich es in der Buchhandlung erspäht hätte. Schließlich schaut und liest es sich sehr vielversprechend. Schade, dass der Inhalt die Erwartungshaltung nicht wirklich...

Aufgrund des Covers und Klappentextes hätte auch ich zu dem Buch gegriffen - Wenn ich es in der Buchhandlung erspäht hätte. Schließlich schaut und liest es sich sehr vielversprechend. Schade, dass der Inhalt die Erwartungshaltung nicht wirklich erfüllen konnte.

Herzliche Grüße
Sybille

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Hallo Sybille,
von dem Cover und dem Titel hatte ich mir echt mehr versprochen.
Vielleicht hätte ich es besser gefunden, wenn ich nicht diese spezielle Erwartungshaltung gehabt hätte.
Herzliche Grüße,
Annette

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