Eifelsteig Etappe 4

Die vierte Etappe des Eifelsteigs verläuft von Einruhr nach Gemünd, mitten durch den Nationalpark Eifel.

Neben herrlichen Aussichtspunkten bietet der Nationalpark Eifel auch viel Geschichte, wie die Wüstung Wollseifen und die ehemalige NS-Ordensburg Vogelsang.
Vom Startpunkt Einruhr führt der Eifelsteig über das "Konsumspättche" steil hinauf und verläuft dann durch Wiesen und Wälder oberhalb des Ortes.

Ab und zu erhaschen wir einen Blick auf den Rursee und genießen die himmlische Ruhe am frühen Morgen:
Nur Vogelgezwitscher und leises Plätschern des Wassers begleiten uns.
20180627 001
20180627 001
20180627 001
20180627 001

Direkt nach dem Schiffsanleger “Jägersweiler” gelangen wir auf den ehemaligen Truppenübungsplatz der Dreiborner Hochfläche.
Hier warnen uns viele Schilder die Wege zu verlassen, da sich auf dem Gelände noch Blindgänger befinden können.
Durch offenes Wiesengelände, und weiter über den bewaldeten Uferweg, nähern wir uns der Urftstaumauer.
Es wird merklich lauter, denn die Wasservögel geben lautstarkes Konzert.
So steigen wir über einen kleinen, nach links abstechenden Pfad, direkt auf die 1904 fertiggestellte Staumauer, von wo wir eine tolle Sicht über den See haben.

20180627 005
20180627 005
20180627 005
20180627 005

Am frühen Morgen liegt der Nebel noch über dem Wasser und die unterschiedlichsten Wasservögel versetzten uns in richtiges Dschungelfeeling.
Kormorankolonien nisten in den Bäumen auf der kleinen Insel gegenüber der Staumauer.
Immer wieder fliegen einzelne Vögel umher auf der Suche nach Nahrung oder Nistmaterial.
Auch der Blick über die menschenleere Staumauer ist richtig imposant, wir verweilen hier recht lange und genießen die wunderbare Morgenstimmung.

20180627 009
20180627 009
20180627 009
20180627 009
20180627 009
20180627 009
20180627 009
20180627 009
20180627 009
20180627 009
20180627 009
20180627 009

Und dann geht es die knackige Steigung hinauf und wir kommen mächtig ins Schwitzen.
Nochmal ein kurzer, wunderschöner Blick über die Staumauer und den See, und dann wird die Steigung wieder etwas sanfter.
Die Vogelstimmen dringen noch durch den Nebel, aber je höher wir gelangen, je stiller wird es.

20180627 021
20180627 021
20180627 021
20180627 021

Auch der Nebel löst sich im immer stärker werdenden Sonnenlicht rasch auf.
Als wir aus dem Wald heraus wandern, ist der Nebel schon fast verschwunden.
Hier auf der Hochebene kann es im Sommer sehr heiß werden! Achtet bei dieser Wanderung auf genügend Wasser für Hund und Herrchen im Gepäck! Heute weht eine leichte Brise und kühlt unsere erhitzten Gesichter.
Der blühende Weißdorn duftet schon fast unausstehlich stark, bald schon betäubend, und zwischen den Büschen können wir Rotwild beobachten.
20180627 025
20180627 025

Schnell haben wir die Wüstung Wollseifen erreicht und werfen einen Blick in die Pfarrkirche St. Rochus.
Die Kirche aus dem 15. Jahrhundert ist zusammen mit dem Schulgebäude unterhalb des Weges das einzige Zeugnis, was noch an das alte Dorf erinnert.
Nach dem Krieg war Wollseifen arg zerstört und 1946 wurden die Bewohner durch die Briten zwangsenteignet:
Sie mussten das Dorf innerhalb 3 Wochen verlassen, waren heimatlos und wurden später in umliegende Dörfer umgesiedelt.
Wollseifen wurde zum Truppenübungsplatz und war bis 2006 Sperrgebiet.
Die alten Höfe wurden völlig zerstört.
20180627 027
20180627 027
20180627 027
20180627 027
20180627 027
20180627 027

Mit Öffnung des Nationalparks wurde am 20. August 2006, also nach 60 Jahren, wieder ein Gottesdienst in der alten Kirchenruine abgehalten.
Wir wandern weiter und verlassen kurz den Eifelsteig und folgen dem Weg rechts am Schulgebäude vorbei, der uns zu einer kleinen Kapelle führt.
Ein paar Meter weiter geht es links über die Ebene, zwischen Ginsterbüschen hindurch Richtung Wald, und schließlich zur Burg Vogelsang.
Burg ist jedoch nicht die richtige Bezeichnung für den kalten Gebäudekomplex, der vom Irrsinn und Größenwahn des Nationalsozialismus zeugt.
Die Ordensburg Vogelsang war einer Ausbildungsstätte des „Führernachwuchses“ der NSDAP.
Eine Führung über das Gelände ist sehr interessant, und auch die Aussicht ist genial, am besten plant man sich genügend Zeit dafür ein.
Wir wandern weiter am Eingangstor, das noch an die Nutzung des Geländes durch belgisches Militär erinnert, über eine Umleitung parallel zur Zufahrtsstraße Richtung Westen, da der Eifelsteig heute gesperrt ist.
Nach etwa 1km gelangen wir wieder auf den Eifelsteig.
Es geht vorbei an blauen Lupinen hinab durch Wiesen und Weiden.
20180627 033
20180627 033
20180627 033
20180627 033
20180627 033
20180627 033

Das Lied der Feldlerchen begleitet uns ein Stück des Weges, und in den Blüten summen Wildbienen und es flattern Schmetterlinge umher.
Am Modenhübel haben wir eine tolle Aussicht über Gemünd, den Kermeter bis hin zur Burg Vogelsang.
Wir wandern weiter entlang blühender Wiesen und gelangen zur Abzweigung Richtung Morsbach.
Hier halten wir uns hier links, um direkt hinunter durch den Wald nach Gemünd zu gelangen.
Schön schattig und ruhig, aber nicht sehr spektakulär, führt uns der Weg direkt auf einen Reitplatz.
Wir wundern uns, ob wir vom Weg abgekommen sind, aber tatsächlich führt der Eifelsteig genau durch diese Reitanlage hindurch.
20180627 039
20180627 039
20180627 039
20180627 039

Dann folgen wir dem Eifelsteig durch Wohngebiet.
(Ok, irgendwie muss man ja nach Gemünd Ortsmitte kommen)
Die Passage durch die Häuserreihen entlang finden wir absolut nervig, da hier reger Anwohnerverkehr herrscht.
Die letzten paar Minuten geht es dann wieder auf einem Waldweg oberhalb der Urft Richtung Freibad, und schon haben wir das Nationalpark Infozentrum und den Kurpark Gemünd erreicht.
20180627 043
20180627 043

Die 4. Etappe des Eifelsteigs ist sehr interessant!
Der Abschnitt von Jägersweiler nach Wollseifen hat uns jedoch am besten gefallen.
Angenehmer ist die Route übrigens, wenn man in Gemünd startet und den wunderschönen Urftsee, sowie den Rursee erst am Ende der knapp 21 km langen Strecke genießt.

Sehenswert / Natur / Wandern / Gemünd / Eifelsteig

Kommentare (2)

This comment was minimized by the moderator on the site

Traumhaft schöne Bilder die Lust auf einen schönen Familienausflug machen. Ich glaube, als Kind war ich mit den Großeltern öfter in Heimbach. Ich erinnere mich an einen Märchenwald oben auf einem Berg, unten war ein Restaurant mit Wasserorgel,...

Traumhaft schöne Bilder die Lust auf einen schönen Familienausflug machen. Ich glaube, als Kind war ich mit den Großeltern öfter in Heimbach. Ich erinnere mich an einen Märchenwald oben auf einem Berg, unten war ein Restaurant mit Wasserorgel, die ich faszinierend fand. Ach , so schöne Erinnerungen....

Weiterlesen
This comment was minimized by the moderator on the site

Liebe Daniela,
wir haben das Glück, dass wir dort wohnen, wo andere Menschen Urlaub machen.
Die Eifelwälder sind wirklich wunderschön und urig.
In Heimbach sind wir auch öfters, aber da ist mir noch nie ein Restaurant aufgefallen mit...

Liebe Daniela,
wir haben das Glück, dass wir dort wohnen, wo andere Menschen Urlaub machen.
Die Eifelwälder sind wirklich wunderschön und urig.
In Heimbach sind wir auch öfters, aber da ist mir noch nie ein Restaurant aufgefallen mit Wasserorgel....muss ich beim nächsten Besuch mal drauf achten, ob es das noch gibt.
Herzliche Grüße,
Annette

Weiterlesen
Es wurden noch keine Kommentare geschrieben

Einen Kommentar verfassen

  1. Als Gast kommentieren
Anhänge (0 / 3)
Share Your Location
{datenschutzbestimmung-1}
Enjoy Lifes Beauty

Die Welt ist schöner mit einem Lächeln im Gesicht!