Hohes Venn bei Baraque Michel

Hohes Venn bei Baraque Michel

Sehenswert Wandern Belgien

Baraque Michel ist der Startpunkt für unsere heutige Wanderung im Hohen Venn (Fagne Wallonne).


Die raue Hochmoorlandschaft des wallonischen Hohen Venns umfasst etwa 5.000 Hektar und steht seit 1957 unter Schutz.
Durch Abholzung von Fichten, die einst der Holzwirtschaft dienten, konnten große Flächen des Hochmoores renaturiert werden und dadurch konnte sich die typische Vegetation der Heideflächen und Moore ausbreiten.
Am frühen Morgen starten wir unsere Rundwanderung durch das wallonische Venn in Richtung Osten und genießen die schon herbstlichen Farben der Natur.


Schnell breitet sich vor uns die scheinbar unendliche Weite der kargen Vennlandschaft aus und wir laufen auf den Holzstegen durch die nahezu unberührte Natur.
Die Stege sind noch ziemlich neu, denn bei einem Brand im April 2011 wurden die alten Holzstege vernichtet.


Ein paar verkokelte Baumleichen stehen vereinzelt entlang des kleinen unscheinbaren Pfades, der uns geradewegs zu den schon von weitem sichtbaren toten Kiefern führt: Noir Flohay.
Ein Geisterwald mit einem unbeschreiblichen mystischen Flair. Ja, selbst diese toten, teilweise verbrannten Bäume haben noch ihre Schönheit und verzaubern den Ort!
Wir verschwinden fast in den Gräsern, die unseren weiteren Weg säumen, und gelangen zu einem richtige kleinen Urwald aus meterhohem Farn, aus dem auch wieder diese toten Bäume empor ragen.


Natürlich lassen die Zecken nicht lange auf sich warten, und wir sind erstaunt wie riesig diese Quälgeister sind.
Zu unserer Enttäuschung fängt es auch noch an zu regnen, und genau dieses graue Wetter beschert uns eine ganz besonders düstere Stimmung in dieser beinahe unwirklichen Welt.
Zum Glück verläuft unser Pfad nun durch einen dichten Wald, der uns größtenteils vor den himmlischen Wassermassen schützt.
Ziemlich schnell bessert sich das Wetter wieder und die Sonnenstrahlen erhellen unseren Weg, der nun hinab zu einem steinigen Flussbett führt.
Der meterhohe nasse Farn verschlingt uns förmlich und so saugt sich unsere Kleidung trotz Regenponcho doch noch voll Nässe.
Entlang des steinigen Baches verläuft unser Weg nun über Stock und Stein durch noch blühendes Heidekraut und über nun etwas rutschige nasse Stege.



Wir gelangen auf die weite, offene Landschaft der Hocheben und ein warmer Wind trocknet unsere nasse Kleidung im Nu.
Vor uns liegt ein scheinbar unendlich langer steiniger Weg, ein Radweg, der uns Richtung Signal de Botrange führt.
Diese Strecke ist ziemlich langweilig zu laufen, und nur die letzten Schwalben, die sich zum Flug in den Süden auf einem alten Baum sammeln, sorgen für etwas Abwechslung.




Das Signal de Botrange ist mit einer Höhe von 694 Metern der höchste Punkt Belgiens.
Nach einer kleinen Stärkung im Restaurant des Signal de Botrange gelangen wir wieder über Holzstege durch die Vennlandschaft, wo nun dicke weiße Wolken den Himmel schmücken.
Ein ganz anderes Licht, eine völlig andere Stimmung herrscht auf den Steg, der heute Morgen noch so grau und duster war.

Schnell erreichen wir unseren Start- und Zielpunkt Baraque Michel und wir werfen noch einen Blick auf die kleine Kapelle ganz in der Nähe.
Die Kapelle Fischbach wurde 1831 auf Initiative des Malmedyer Industriellen Henri-Toussaint Fischbach erichtet.
Im Turm der Kapelle waren früher Leuchtfeuer, die Reisenden die Orientierung erleichtern sollte.
Auch sollten die allabendlich läutenden Glocken den verirrten Venn-Wanderern den Weg weisen.
Leider war die Kapelle heute verschlossen.

Unsere immerhin knapp 22 km lange Wanderung durch das Hohe Venn ist wie im Flug vergangen.
Wir sind total begeistert von dieser abwechslungsreichen Tour, die wir zu einer anderen Jahreszeit auf jeden Fall noch einmal laufen möchten.
Es gibt unzählige schöne Routen durch das belgische Venn mit unterschiedlichen Längen – absolut sehenswert!
Eine genauere Wegbeschreibung findet ihr hier.

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