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Sehenswert Natur Wandern

Struffeltroute


Manchmal will man andere Wege gehen. Es ist eigentlich ganz schön, wenn man dort wohnt, wo andere Urlaub machen.
Aber manchmal weiß man die alltäglichen Schönheiten nicht mehr zu schätzen oder will einfach mal etwas anderes sehen.
So stöbere ich auch immer mal auf anderen Blogs und entdecke dort, was Touristen an der Eifel besonders schön finden.
Bei Elke bin ich auf die Struffeltroute bei Roetgen an der Dreilägerbachtalsperre aufmerksam geworden.
Angegeben ist die Wanderung mit 11 km und ca. drei Stunden Gehzeit.
Eine perfekte Gassi-Runde für einen Sonntagmorgen!
Die Gegend rund um Roetgen besuchen wir nicht so häufig, aber der schöne Maimorgen bot sich ideal zur Erkundung des für uns unbekannten Weges an:
6.15 Uhr, 3 Grad Celsius und es sah aus, als wollte es ein sonniger Tag werden.
Ein bisschen fröstelnd starteten wir die Struffeltroute am Wanderparkplatz unterhalb der Dreilägerbachtalsperre direkt am Filterwerk in Roetgen.
Vom Parkplatz hielten wir uns links und überquerten die Straße.
Die dunkle, graue Staumauer der Dreilägerbachtalsperre lag vor uns und hat uns so gar nicht gefallen, daher haben wir ihr kaum Beachtung geschenkt.

Wir erreichten die Stufen zum steil ansteigenden Pfad.
Eifelsteig und Struffeltroute verlaufen hier gemeinsam auf einem Weg.
Anfangs geht es über die Stufen, dann über Wurzelwerk hinauf:
Frühsport am Morgen vertreibt Kälte und Sorgen und raubt einem auch schon mal den Atem.
Es war uns gar nicht mehr kalt, und oben angekommen, wurden wir direkt mit der schönen Aussicht auf die 40ha große Dreilägerbachtalsperre belohnt.
Still spiegelte sich der kleine Entnahmeturm im Wasser.
Von hier oben sah die Staumauer (1909-1912 erbaut) richtig hübsch aus!

Über einen Pfad durch den Wald gelangten wir schon bald zum Naturschutzgebiet Struffelt.
Es gehört zum Naturpark Hohes Venn-Eifel in dem seltene Pflanzen- und Tierarten beheimatet sind.
Wir nahmen den Weg geradeaus über den Steg, weiter entlang der Wegweiser.
Links hätte man einen Rundweg von ca. 2 km über die Stege gehen können (wie wir später erfahren haben).
Die Holzstege verlaufen über Heide und Moorlandschaft.
Birken ragen empor und überall leuchten die frischen Frane und Blaubeerblätter in saftigem Grün.
Wie schön muss es hier erst im Sommer sein, wenn das Heidekraut blüht!
Uns war sofort klar, dass wir im August nochmal wiederkommen müssen!

Die Vögel zwitscherten lautstark ihre Morgenlieder in den Zweigen der Birken.
Hier im Naturschutzgebiet soll es Schwarzkehlchen geben, und wir hielten fleißig Ausschau nach den seltenen Vögeln.
Leider haben wir kein Schwarzkehlchen entdeckt.
Noch ein Grund wieder zu kommen!
Am Rastplatz führt der Weg nach rechts und wird von Ginster gesäumt.
Kleine vereinzelte Nebelschwaden zogen wie Dampf über die Felder, es roch nach kühlem Morgentau und nach einem Duft aus betörendem Weißdorn mit herben Ginsterblüten komponiert.
Die goldgelben Ginsterblüten waren mit Tauperlen bedeckt und es funkelte überall in der Sonne.

Kurze Zeit später gelangten wir an einen weiteren Rastplatz, direkt an einem kleinen Teich.
Ein wirklich ruhiger und idyllischer Platz, der uns zum Verweilen einlud.
Wir beobachteten die Enten auf dem Wasser und hielten weiter (vergebens) nach dem Schwarzkehlchen Ausschau.


Weiter ging es durch den Wald.
Der Weg ist von steinigen Hängen gesäumt, in denen die Baumwurzeln ihren Halt suchen.
Zum Gesang der Vögel mischte sich Wasserrauschen, das immer lauter wurde:
Wir erreichten das Pegelhäuschen des Hasselbachhanggrabens und passierten ein Wehr.
Hier kann bei starken Regenfällen das Wasser der Bachzuläufe an den Hasselbach und an den Lensbach abgeleitet werden.
Das Wasser aus dem Hasselbachhanggraben wird in der Dreilägerbachtalsperre als Trinkwasser gespeichert.
Wir folgten dem Dreilägerbach und gelangten an die Staumauer am Vorbecken.
Im Vorbecken sammeln sich die im Bachwasser mitgeführten Sedimente, Trübe- und Schwebstoffe.
Etwaige Wasserverunreinigungen gelangen somit nicht in das Hauptbecken der Dreilägerbachtalsperre.
Das Vorbecken ist im Frühjahr ein Sammelplatz für viele Grasfrösche und Molche.
Im Sommer blüht hier die gelbe Teichrose.
Wieder ein Grund, bald nochmal diese schöne Route zu wandern!
Weiter ging es entlang des Dreilägerbaches zum Schleebachhanggraben.
Er wurde zur Vergrößerung des Wassereinzugsgebietes angelegt.
Entlang des 3 km langen Grabens schlenderten wir auf einem wunderschönen wurzelüberzogenen Pfad, der uns durch das frische Grün der auflebenden Natur führte.
Die himmlische Ruhe und das Farbspiel der unterschiedlichen Grüntöne haben uns total fasziniert.
Wir legten einen kleinen Foto-Stopp an den rostigen Überbleibseln eines alten Stauwehrs ein.

Der Pfad endet schließlich auf einem Wanderweg, der durch einen schönen Buchenwald, entlang einer Rakkeschwiese, und schließlich zu einem Kindergartenwald führt.
Entlang des Weges konnten wir uns an den wunderschön gestalteten Lehrtafeln über den Wald und seine Bewohner informieren.
Ich hätte so einen Kindergartenwald als Kind geliebt!
Das Tor zur Streuobstwiese stand offen, und wir konnten das riesige Insektenhotel bestaunen.
Einige Niströhren waren schon belegt und ich war Feuer und Flamme für diesen schön gestalteten Platz.
Am Zaun eines Schwarzwildgeheges ging es hinunter zurück nach Roetgen.

Plötzlich waren wir wieder in der Zivilisation, und das gefiel uns gar nicht.
Raus aus der himmlischen Ruhe und der Waldidylle, zurück im lauten Straßenverkehr.
Wir hetzten regelrecht zum naheliegenden Parkplatz zurück.
Insgesamt haben wir 3 Stunden und 45 Minuten für die Struffeltroute gebraucht.
Eine Frühstückspause, kleine „Hundeplantschpausen“ und zahlreiche Fotostopps mit Vogelbeobachtungen inbegriffen.
Uns hat die Tour sehr gut gefallen:
Sie bietet recht viel Abwechslung und ist auch mit Hund sehr gut zu laufen
(kleine Abkühlungen in den Bächen sind auch möglich). Im Sommer werden wir uns auf jeden Fall die Heideblüte und die Teichrosenblüte anschauen, und im Herbst wird der Wald bestimmt auch sehr attraktiv sein.
Und wer weiß, vielleicht werden wir auch irgendwann noch das Schwarzkehlchen entdecken.

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Kommentare (10)

  1. White and Vintage

Von der Eifel habe ich schon viel gehört, war aber selber noch nie dort. Deine Bilder sind traumhaft schön. Das muss ein richtiges Naturparadies sein. Ich glaube, der nächste Urlaub führt in die Eifel .
Ganz liebe Grüße,
Christine

  1. A.Ro    White and Vintage

Liebe Christine,
vielen Dank!
So war ich noch nie in Österreich.
Jede Landschaft hat ihren eigene Reiz und ihre eigene Schönheit.
Aber die Eifel würde dir bestimmt gefallen.
Herzliche Grüße,
Annette

  1. BeautyPastels

Und wieder erinnerst Du mich daran, dass ich solche Touren viel öfter mit meinem Mann unternehmen sollte/muss/will! :-D
Lieben Dank für die Eindrücke unserer tollen Heimat.
viele Grüße
Marion

  1. A.Ro    BeautyPastels

Liebe Marion,
ja, man nimmt sich immer viel zu wenig Zeit für sich selbst.
Und ich suche fürs Bloggertreffen eine schöne Route aus ;-)
Herzliche Grüße,
Annette

  1. Orange Diamond Blog

Das sieht ja schön aus! Danke für den Wander-Tipp! Irgendwann schaffe ich es auch hin. Sieht aus wie gemalt!
Liebe Grüße,
Alex.

  1. A.Ro    Orange Diamond Blog

Hallo Alex,
vielen Dank!
Wenn du in die Eifel kommst, solltest du dir die Struffeltroute nicht entgehen lassen.
Sie ist übrigens Teil der Eifelsteig-Etappe 01.
Herzliche Grüße,
Annette

  1. Petra Helene

ein toller Wanderbericht mit wundervollen Fotos. Es ist eine ganz bezaubernde Landschaft.
Ich kann mir auch gut vorstellen, dass es schwer fällt zurück in die Zivilisation zu kommen, besonders wenn man die Natur und Landschaft so liebt wir ihr.

  1. A.Ro    Petra Helene

Hallo Petra,dankeschön!
Wenn man die Route "richtig rum" läuft, dann hat man den "Zivilisationsweg" direkt zu Anfang. Wäre bestimmt besser.
Allerdings ist der holprige steile Pfad dann am Ende bergab zu meistern ... das geht doch sehr in die...

Hallo Petra,dankeschön!
Wenn man die Route "richtig rum" läuft, dann hat man den "Zivilisationsweg" direkt zu Anfang. Wäre bestimmt besser.
Allerdings ist der holprige steile Pfad dann am Ende bergab zu meistern ... das geht doch sehr in die Kniegelenke.
Dann doch lieber zum Schluss die Hauptstaße entlang hetzen ;-)
Herzliche Grüße,
Annette

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  1. Sabine

Wunderschöne Bilder

  1. A.Ro    Sabine

Vielen Dank, Sabine!

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