Urftstaumauer

Wo die Urft entspringt

Wandern

An einem schönen Herbstmorgen haben wir uns auf die Suche nach der Urftquelle begeben.

Die Urft ist knapp 50 km lang und entspringt im Dahlemer Wald in der Nordeifel im Naturpark Hohes Venn-Eifel.
Nachdem die Urft eigentlich erst ab dem Urftweiher erstmals sichtbar fließt, schlängelt sie sich durch Nettersheim, die Orte Urft, Kall und Gemünd, wo sie dann im 14 km langen Urftsee im Nationalpark Eifel durch die Urftstaumauer gestaut wird, bevor sie schließlich bei Rurberg in den Obersee der Rurtalsperre mündet.
Wir lieben den Urftsee, und wollten doch mal wissen, wo denn die Urft entspringt.
Nirgendwo gibt es Fotos oder einen Wanderweg zur Quelle der Urft.
Das liegt wohl daran, dass es verschiedene Quellbäche gibt, die sich erstmals in einer Quellmulde im Urftweiher bei Schmidtheim sammeln.
Auf einer Karte haben wir aber die Urftquelle gefunden, und haben uns schließlich auf die Suche gemacht.

Unser Startpunk ist die Dahlemer Binz, ursprünglich ein Segelflugplatz, dessen Ursprünge um 1954/55 liegen.
Heute starten auf dem Verkehrslandeplatz kleinere Motorflugzeuge, Motorsegler, Segelflugzeuge und Ultraleichtflugzeuge.
Auch Heißluftballons können von dort aufsteigen und Fallschirmspringen wird angeboten.

Unser Weg führt uns über eine asphaltierte Straße zu den Ruinen einer Flugabwehrstellung, genannt Flakstellung.
Wir werfen einen kurzen Blick auf die zugewachsene Anlage, der so genannten „Luftverteidigungszone West“ aus dem Zweiten Weltkrieg.
Die aspaltierte Straße führt uns weiter vorbei an einer riesigen Fläche voller Solarmodulen – wie kann man so etwas Park nennen?


Laut Wikipedia nennt man eine „nach den Regeln der Gartenkunst gestaltete größere Grünflächen, die der Verschönerung und der Erholung dienen“ einen Park.
Und wenn man bedenkt, dass sich ein einziges Solarmodul Aufgrund der Sonneneinstrahlung mitunter bis zu ca. 70°C erwärmen kann, mag ich gar nicht über Erderwärmung nachdenken.
Na ja, irgendwo muss der Strom ja herkommen, gell?


Nach kurzer Zeit erreichen wir die Allee zum Schloss Schmidheim und werden mit Pferdewiehern begrüßt.

Das Schloss Schmidtheim wird erstmals als Smideheim in einer Königsurkunde aus dem Jahre 867 erwähnt, es war ursprünglich eine Burg.

Die Schlossanlage wurde zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert erbaut und befindet sich seit etwa 1500 im Besitz der Familie Beissel von Gymnich.


Wir halten uns links und folgen dem Wegweiser zum Barfuß- und Generationenpark Schmidtheim.
Der über 6.000 m² große Park ist wunderschön naturnah gestaltet und wir sind total begeistert!

Ein kleiner Bauerngarten mit Insektenhotel, der Barfußpfad, eine Kneippanlage und ein Labyrinth erobern unser Herz im Nu.
Kinder können sich in dem großen Sandkasten, auf der Seilbahn und auf den Kletter- und Balancierbalken austoben.
Wir probieren auch das bunte Xylophon aus und haben richtig Spaß!


Gleich hinter dem kleinen Bauerngarten verläuft der Weg, der uns mitten durch die Weiden bis hin zum Wald führt.
Schnell gelangen wir zum Urftweiher.
Wie ein Spiegel liegt der hübsche kleine Waldsee vor uns, in dem sich die Quellbäche der Urft sammeln und ab hier als Bach wirklich sichtbar werden.
Wir genießen die Ruhe am Urftweiher und laufen dann über einen Breiten Forstweg bis zum „Schwarzen Weiher“ Richtung Windräder.
Der Herbst verzaubert mit seinen leuchtenden Farben und an einem großen Ameisenhügel ist noch richtig was los.




Ganz in der Nähe der Windräder, mitten im Wald, muss die Quelle der Urft sein.
Wir stoßen tatsächlich auf einen Quellbach, der unter einem umgestürzten Baum verschwindet.
Ein paar Meter weiter fließt dann ein kleiner Bach, der in der Karte als Urft eigezeichnet ist.
Ok, kein Wunder, dass nirgendwo wirklich etwas über die Quelle der Urft zu finden ist.
Wir geben uns damit zufrieden, dass wir die Urft bis zu diesem kleinen unscheinbaren Feuchtgebiet im Wald verfolgen konnten.

Nun verläuft der Weg über geschotterte Wirtschaftswege durch eine Wald, der zum größten Teil zur Abholzung markiert ist.
Sicher werden hier bald noch mehr Windräder stehen.
Was machen wir eigentlich, wenn es bald nur noch „Wälder“ aus Windkraftanlagen gibt?
Ein Wegweiser markiert den „Wildnispfad“ – wir können es kaum glauben, dass solche geschotterten Wege als Wildnispfad bezeichnet werden.
Dennoch genießen wir die Strecke durch den Wald und gelangen zum Naturschutzgebiet Arnikaheide.
Leider ist jetzt im Herbst alles verblüht braun und auch teilweise abgemäht.
Über einen kleinen Steg gelangen wir mitten durchs Dickicht eines Waldes, der ebenfalls zur Abholzung markiert ist.


Schließlich gelangen wir über einen kleinen Trampelpfad genau in die Einflugschneise des Flugplatzes und ein Flieger rauscht im Landeanflug an uns vorbei.
Irgendwie hat uns diese „querfeldein“ Wanderung total gut gefallen, obwohl wir auf viel zu viel Schotter unterwegs waren.

Insgesamt waren wir knapp 16 km unterwegs auf der Suche nach der geheimnisvollen Urftquelle.

Kommentare (0)

Es wurden noch keine Kommentare geschrieben

Einen Kommentar schreiben

  1. Kommentar als Gast posten
Anlagen (0 / 3)
Teilen Sie Ihren Standort
Enjoy Lifes Beauty

Die Welt ist schöner mit einem Lächeln im Gesicht!

Kontakt

team(at)beauty-focus-eifel(dot)de